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Losung

für den 19.09.2019

Der HERR zog vor ihnen her, am Tage in einer Wolkensäule, um sie den rechten Weg zu führen, und bei Nacht in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten.

2.Mose 13,21

Dachzeile

Aus der Presse

Interview mit Jawid B.

Jawid B. ist 20 Jahre alt und kommt aus Ghazni, Afghanistan. Er wohnt seit einem Jahr in Deutschland. Im Interview erzählt Jawid über sein Leben in der Heimat, die Flucht nach Deutschland und seine Zukunftsträume. Jawid ist in Afghanistan zur Schule gegangen und hat nebenbei als Friseur gearbeitet. Er wohnt seit einem Jahr in Deutschland, in einer Flüchtlingsunterkunft in Bonn. Zurzeit besucht er eine Internationale Förderklasse, um die deutsche Sprache zu lernen.Jawid sucht eine Patenfamilie in Bonn. Er wird dabei unterstützt von der evangelischen Beratungsstelle. Ansprechpartner dort ist Herr Dipl-Psych. Gerrit Schmelter. 

Warum haben Sie Ihr Heimatland verlassen?
Die Taliban wollte meine Schule zerstören und ich habe das Gespräche mitbekommen. Ich habe es meinem Schulleiter gesagt und die Soldaten hatten die Schule gesichert. Die Taliban haben des mitbekommen und wollten mich umbringen, deswegen habe ich mein Heimatland verlassen. Meine Eltern sind bei einem Selbstmordanschlag in Ghazni, Afghanistan gestorben.

Über welche Länder sind Sie nach Deutschland gekommen?
Ich wurde erst in Iran danach in die Türkei geschmuggelt. Ich war ungefähr zwei Monate unterwegs. Nachdem ich die Türkei erreicht habe, fing die Reise an gefährlich zu werden. Ich musste von dort mit anderen Menschen in einem winzigen, völlig überfüllten Boot das Mittelmeer überqueren. Die Schlepper haben uns einfach das Boot gegeben und uns einen Stern am Nachthimmel gezeigt. Wenn wir dem folgen würden, würden wir irgendwann Griechenland erreichen. Es war sehr schwierig für mich, aber ich schaffte es an die griechische Küste. Seit letztem August bin ich in Deutschland. Viele Menschen sind auf dem Weg nach Griechenland umgekommen, aber wir hatten Glück.

Welche Probleme traten auf dem Fluchtweg auf?
In Griechenland müssen die Flüchtlinge 300 bis 500 Euro zusammenbekommen, um einen gefälschten Pass von den Schmugglerbanden zu kaufen. Man geht zum Flughafen und versucht durchzukommen. In neun von zehn Fällen wird man wieder rausgeschickt. Da das so oft vorkommt, müssen die Flüchtlinge keine Verfolgung durch die griechischen Behörden fürchten. Die Pässe werden aber eingezogen.

Wie viel hat Ihre Flucht insgesamt gekostet?
Von Afghanistan bis nach Deutschland hat die Flucht 8.000 Euro gekostet. Die Bootfahrt von der Türkei nach Griechenland hat am meisten gekostet.

Warum sind Sie nach Deutschland geflüchtet?
Die Schmuggler haben mir gesagt, dass Sie mich in jedes europäische Land bringen können. Ich habe mich für Deutschland entschieden, weil man in Deutschland viele Chancen hat, sich weiterzubilden.

Wie war Ihr Leben, bevor Sie Afghanistan verlassen mussten?
Ich habe mit meiner Familie in Ghazni gelebt, das liegt im Südosten Afghanistan, in der Nähe von Kabul. Wir hatten ein normales Leben, in einem eigenen Haus. Ich habe immer nur Aushilfsjobs gemacht und nebenbei zwei Monate lang als Friseur gearbeitet.

Was wussten Sie vorher über Deutschland?
Ich wusste, dass man in Deutschland sicher leben kann und nicht verfolgt wird. Und dass alle Menschen gleich behandelt werden – vor allem Menschen aus Kriegsgebieten. Ich habe gedacht, dass die Deutschen für jemanden wie mich Verständnis haben.

Wie ist das Leben in den Gemeinschaftsunterkünften?
Ich wohne in Bonn in einem Zimmer mit zwei anderen Personen und haben eine gemeinsame Küche. Jeder spricht eine andere Sprache, aber wir kommen trotzdem miteinander klar. Hier ist es auch besser als in vielen anderen Unterkünften, weil in anderen Unterkünften bis zu fünf Personen in einem Zimmer leben. Die haben nur eine gemeinsame Küche.

Wie fühlen Sie sich in Deutschland?
Ich bin hier sehr zufrieden. Ich möchte hier weiter zur Schule gehen und danach eine Ausbildung machen. Mein Asylantrag läuft noch. Ich habe Angst abgeschoben zu werden, weil zurzeit Afghanen kaum Chance haben, auf Ihre Asylanträge eine Anerkennung zu bekommen, da viele Afghanen eine Ablehnung bekommen. Denn Afghanistan wurde vor kurzem als sicheres Herkunftsland eingestuft. Aber Afghanistan ist ein Land ohne Hoffnung.

Das Interview führte Safiullah Khaliqi 2016

Theater in der Beratungsstelle: Unter Fremden

Reaktion des Generalanzeigers auf das am 21.11.2016 in der evangelischen Beratungsstelle Bonn aufgeführte Thearterstück "Unter Fremden". 

Im Generalanzeiger Bonn gab es am 22.11.2016 positive Reaktion auf die Theateraufführung "Unter Fremden" zum Thema Flüchtlinge und Fremdenfeindlichkeit.

 

Zeitungsartikel Unter Fremden 22.11..pdf

 

29.05.2012



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