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Losung

für den 19.09.2019

Der HERR zog vor ihnen her, am Tage in einer Wolkensäule, um sie den rechten Weg zu führen, und bei Nacht in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten.

2.Mose 13,21

Aufsätze / Artikel

Sinnvolle Regeln für Stiefeltern

Im Folgenden finden sie in knapper Form 11 Grundregeln für das Zusammenleben in Patchworkfamilien

1.Bedenken Sie, die Gründung einer Stieffamilie ist die Zusammenführung zweier Familien-Welten: es gibt keine Selbstverständlichkeiten. Fast alles Zwischenmenschliche muss neu gestaltet werden.

2.Respektieren Sie die tiefe Bindung ihres Partners zu seinen Kindern und vermeiden Sie zu konkurrieren. Sorgen Sie statt dessen durch offenens Gespräch für Zeiten der Nähe mit ihrem Partner.

3.Achten Sie den leiblichen Außen-Elternteil. Äußern Sie sich, wenn möglich, anerkennend über ihn. Wenn Sie nicht konkurrieren, wird Ihr Stiefkind verstehen, dass es zum Elternteil außen und zu ihnen Kontakt haben kann.

4.Zeigen Sie Interesse an ihrem Stiefkind, fragen Sie nach, stimmen Sie Kontaktmöglichkeiten ab.

5.Erwarten Sie keine Vorleistungen von Seiten Ihres Stiefkindes: Respekt, Akzeptanz, Freundlichkeit und Höflichkeit müssen in erster Linie Sie erbringen.

6.Erwarten Sie nie mehr Gehorsam bzw. Bereitschaft zur Kooperation von ihrem Stiefkind als die Qualität der Beziehung trägt. (Bevor Sie etwas fordern, unternehmen Sie drei positive Unternehmungen mit dem Stiefkind)

7.Haben Sie Geduld in bezug auf den Kontaktaufbau zu ihrem Stiefkind. Es hat ein Recht auf Verschlossenheit, Vorsicht, Skepsis und für gewisse Zeit auch auf Launen und Ungerechtigkeiten, weil es die vorausgegangene Trennung zu verarbeiten hat. Sie dürfen und sollen auch ihre Position vertreten, aber nicht übel nehmen, gekränkt oder beleidigt sein.

8.Die Richtlinien der Erziehung muss der leibliche Elternteil bestimmen. Dies muss dem Kind transparent gemacht werden.
In Abwesenheit des leiblichen Elternteils können Sie seine Regeln vertreten, wenn er sie darum gebeten hat und Sie sich geeinigt haben. Diese Delegation muss dem Kind gegenüber erklärt worden sein und Sie müssen sich in der Lage fühlen (inhaltlich und wesensgemäß) dies auch zu tun.
Wenn das Kind gegen Regeln rebelliert, verweisen Sie es an den leiblichen Elternteil.

9.Wenn Sie innerlich nicht hinter den Erziehungssvorstellungen und Regeln des leiblichen Elternteils stehen können, müssen Sie gemeinsam klären, wie er seinen Stil durchhalten kann, oder ob evtl. etwas aufgegeben oder verändert werden muss.

10.Wenn Sie selbst Regeln/Gepflogenheiten einführen möchten, werben Sie um Unterstützung, zeigen Sie ihr Bedürfnis und weisen Sie auf Ihre eigenen Anpassungsleistungen hin.

11.Prinzipiell: nehmen Sie, was Ihnen wichtig ist, möglichst selbst in die Hand. Erwarten Sie nichts als Selbstverständlichkeit von anderen. Bemühen Sie sich um Absprachen, bringen Sie Ihre eigenen Wünsche und Ihr Engagement für die anderen ein.

 

08.12.2010



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